Steht der Quran auf dem Fundament der Torah?
Liebe Leserin, lieber Leser, fassen wir die Hauptpunkte der vorherigen Artikel zusammen.
Wir haben zunächst gesehen, dass der Quran beansprucht, die früheren Schriften, einschließlich der Tora, zu bestätigen oder zu erfüllen. Dies wird als Beweis dafür angesehen, dass der Quran das Wort Allahs und Mohammed ein wahrer Prophet ist. Die heutige Tora wird jedoch von den meisten Muslimen als verfälscht und somit als nutzlos angesehen, um Mohammeds Prophetentum zu beweisen.
Beim Blick auf mehrere Suren haben wir gesehen, dass der Quran erklärt, dass die Tora – oder zumindest die Prophezeiungen über Mohammed, das Gesetz und die Geschichten der Propheten in der Tora – bis zur Zeit Mohammeds erhalten geblieben war. Der Quran gibt keinen Hinweis darauf, dass der Text der Tora verfälscht wurde.
Da wir Abschriften der Tora besitzen, die auf die Zeit Mohammeds und Jahrhunderte davor datiert werden – nämlich die Schriftrollen vom Toten Meer, die bis in die Zeit vor Isa zurückreichen –, besitzen wir den Text der Tora aus Mohammeds Zeit und wissen, was darin stand.
Beim Vergleich der Geschichte von Yusuf im Quran und der Tora fanden wir unzählige Widersprüche zwischen den beiden Büchern, trotz der Aussagen im Quran (10:94, 12:111), dass die Geschichten übereinstimmen sollten. Angesichts der schieren Anzahl und der Art dieser Unterschiede handelt es sich in beiden Büchern nicht um dieselbe Geschichte. Es kann sich also nicht um den gleichen Autor handeln.
Wir haben auch gesehen, dass die meisten Unterschiede so gravierend waren, dass sie nicht durch unabsichtliche Abschreibefehler erklärt werden konnten. Zudem fehlte ihnen jegliche theologische, politische oder moralische Bedeutung, die die Juden hätte motivieren können, den Text zu ändern.
Einen Schritt weiter gehend haben wir gesehen, dass Ibrahim und Isma‘il laut der Tora niemals nach Mekka oder auch nur in dessen Nähe gereist sind. Daher konnten sie die Kaaba nicht gebaut haben, was eine der grundlegenden Behauptungen des Islam ist.
Darauf aufbauend haben wir gesehen, dass entgegen den Behauptungen des Islam weder Isma‘il noch seine Kinder in Mekka aufgewachsen sind. Isma’il heiratete keine arabische Frau, sondern eine Frau aus dem Land Ägypten. Daher konnte Mohammed kein Isma‘ilit oder ein Nachkomme Ibrahims gewesen sein. Eine solche Abstammungslinie wäre jedoch erforderlich, damit Mohammed ein wahrer Prophet Gottes sein könnte.
Darüber hinaus haben wir uns angeschaut, wie Mohammed zunächst dachte, dass mit seiner Begegnung mit dem Engel in der Höhle Hira etwas nicht stimmte. Er glaubte erst daran, von Gott berufen worden zu sein, als Waraqa, der selbst nicht in der Höhle anwesend war, Mohammed davon überzeugte. Waraqas Idee, dass Mohammed ein wahrer Prophet sei, basierte jedoch auf der angeblichen Ähnlichkeit zwischen Mohammeds Erlebnis und Musas Begegnung mit dem Engel im brennenden Dornbusch. Wie wir allerdings gesehen haben, waren die Erfahrungen der beiden Männer grundlegend verschieden. Der Engel, der Musa erschienen war, war nicht derselbe, der Mohammed erschien. Dies deutet darauf hin, dass Waraqa unrecht hatte und Mohammeds erster Eindruck, dass ihm etwas Schlechtes zugestoßen sei, richtig war.
Das Problem war, dass Mohammed Analphabet war und die hebräische Tora nicht lesen konnte. Daher konnte er nicht überprüfen, ob Waraqas Behauptungen wahr waren. Mohammeds Unfähigkeit, die Tora zu überprüfen, um das zu verifizieren, was die Juden in Medina ihm über die Geschichten der Propheten erzählten, ist die einfachste Erklärung dafür, warum die Prophetengeschichten im Quran und in der Tora so viele Unterschiede aufweisen.
Als letzten Punkt haben wir die Behauptung untersucht, dass Mohammed in der Tora prophezeit wurde. Wie wir bei genauerer Betrachtung gesehen haben, handeln die zwei Prophezeiungen in der Tora, die von Muslimen am häufigsten auf Mohammed bezogen werden, nicht von ihm. Entgegen den Aussagen des Qurans enthält die Tora keine Prophezeiungen über Mohammed.
Liebe Leserin, lieber Leser, hier am Ende von Teil 1, „Der Quran und die Tora“, stellst du möglicherweise fest, dass sich deine Annahmen grundlegend verändert haben. Vielleicht hast du geglaubt, dass der Quran Gottes Offenbarung und die Tora nicht zuverlässig ist. Doch dies ist jetzt eventuell nicht mehr der Fall. Wir hoffen, dass unsere Ausführungen in diesen Artikeln in dir den Wunsch geweckt haben zu erfahren, wer Gott wirklich ist und was Sein Wort uns tatsächlich lehrt.
Wir laden dich daher ein, in Teil 2, „Die Botschaft der Tora“ mehr darüber zu erfahren. Es ist unsere Überzeugung, dass du darin etwas für deine Seele finden wirst, das süßer ist als Honig. Bitte lies weiter: