Qur’an und Tora

Haben Ibrahim und Isma’il die Kaaba gebaut?

Ein Blick auf die Geographie

Eine der wichtigsten Behauptungen des Islam ist, dass Ibrahim nach Mekka reiste und zusammen mit seinem Sohn Isma’il die heiligste Stätte baute, die es auf Erden gibt: die Kaaba. Diese Geschichte ist deshalb so zentral für den Islam, da sie sowohl die Grundlage für den Hajj als auch für die Qibla bildet – die Gebetsrichtung, die Millionen Muslime jeden Tag einhalten.

Gemäß der authentischsten Hadith-Sammlung, Sahih Al-Bukhari1, können wir die Geschichte wie folgt zusammenfassen:

Ibrahim reiste mit Hajar und ihrem kleinen Sohn Isma’il von Palästina hinunter nach Mekka. Zu dieser Zeit war Mekka nichts als ein unfruchtbares Tal, in dem niemand lebte. Als sie an dem Ort ankamen, an dem Ibrahim und Isma’il später die Kaaba bauen sollten, ließ Ibrahim Hajar und Isma’il mit Datteln und einem Schlauch Wasser zurück und machte sich auf den Rückweg nach Palästina.

Als er abreiste, sprach er ein Gebet zu Allah, das in Sure Ibrahim 14:37 aufgezeichnet ist:

رَّبَّنَآ إِنِّىٓ أَسْكَنتُ مِن ذُرِّيَّتِى بِوَادٍ غَيْرِ ذِى زَرْعٍ عِندَ بَيْتِكَ ٱلْمُحَرَّمِ رَبَّنَا لِيُقِيمُوا۟ ٱلصَّلَوٰةَ

Unser Herr, ich habe (einige) aus meiner Nachkommenschaft in einem unbewohnten Tal bei Deinem geschützten Haus angesiedelt, unser Herr, damit sie das Gebet verrichten […].

– Sure Ibrahim 14:37 –

In diesem Gebet erklärte Ibrahim den Grund, warum er Isma’il und Hajar zurückließ. Ihm ging es nicht um Handel oder Politik. Vielmehr hatte er vor, seine Nachkommen nahe Allahs „geschütztem Haus“ (der Kaaba) anzusiedeln, um „das Gebet zu verrichten“. In einer Welt, in der Polytheismus weit verbreitet war, wollte Ibrahim einen Raum schaffen, der ausschließlich der Anbetung des einen wahren Gottes gewidmet war.

Als Ibrahim weg war, gingen Hajar und ihrem Sohn das Wasser aus. Verzweifelt auf der Suche nach Hilfe lief Hajar sieben Mal zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa hin und her. In Seiner Barmherzigkeit sandte Allah den Engel Jibril (Gabriel), der herabkam, um den Zamzam-Brunnen zu graben, was der Mutter und ihrem Jungen das Überleben ermöglichte.

Später lesen wir im Hadith, dass eine Gruppe Araber, vom sogenannten Jurhum-Stamm, vorbeikam. Als sie den Brunnen sahen beschlossen sie, dass sie sich dort ansiedeln wollten. Dies markierte den Beginn der Stadt Mekka.

Isma’il wuchs unter den Leuten von Jurhum auf, lernte Arabisch von ihnen und heiratete schließlich eine Frau aus ihrer Mitte. Jahre später, nachdem Hajar gestorben war, reiste Ibrahim zweimal nach Mekka, um Isma’il zu besuchen und ihm Nachrichten zu überbringen.

Nach einiger Zeit kehrte Ibrahim erneut nach Mekka zurück, und baute gemeinsam mit seinem Sohn auf Allahs Befehl die Kaaba.

Während sie dies taten, beteten sie, was in Sure Al-Baqarah 2:127-129 aufgezeichnet ist:

وَإِذْ يَرْفَعُ إِبْرَٰهِـۧمُ ٱلْقَوَاعِدَ مِنَ ٱلْبَيْتِ وَإِسْمَـٰعِيلُ رَبَّنَا تَقَبَّلْ مِنَّآ ۖإِنَّكَ أَنتَ ٱلسَّمِيعُ ٱلْعَلِيمُ ١٢٧

رَبَّنَا وَٱجْعَلْنَا مُسْلِمَيْنِ لَكَ وَمِن ذُرِّيَّتِنَآ أُمَّةًۭ مُّسْلِمَةًۭ لَّكَ وَأَرِنَا مَنَاسِكَنَا وَتُبْ عَلَيْنَآ ۖ إِنَّكَ أَنتَ ٱلتَّوَّابُ ٱلرَّحِيمُ ١٢٨

رَبَّنَا وَٱبْعَثْ فِيهِمْ رَسُولًۭا مِّنْهُمْ يَتْلُوا۟ عَلَيْهِمْ ءَايَـٰتِكَ وَيُعَلِّمُهُمُ ٱلْكِتَـٰبَ وَٱلْحِكْمَةَ وَيُزَكِّيهِمْ ۚ إِنَّكَ أَنتَ ٱلْعَزِيزُ ٱلْحَكِيمُ ١٢٩

[127] Und (gedenkt,) als Ibrahim die Grundmauern des Hauses errichtete, zusammen mit Isma´il, (da beteten sie): „Unser Herr, nimm (es) von uns an. Du bist ja der Allhörende und Allwissende.

[128] Unser Herr, mache uns Dir ergeben und von unserer Nachkommenschaft eine Dir ergebene Gemeinschaft. Und zeige uns unsere Riten, und nimm unsere Reue an. Du bist ja der Reue-Annehmende und Barmherzige.

[129] Unser Herr, schicke zu ihnen einen Gesandten von ihnen, der ihnen Deine Worte verliest und sie das Buch und die Weisheit lehrt und sie läutert. Du bist ja der Allmächtige und Allweise.“

– Sure al-Baqarah 2:127-129 –


Wie wir zuvor aus verschiedenen Passagen im Quran gesehen haben, waren die Geschichten der Propheten in der Tora zur Zeit Mohammeds unverfälscht. Heute besitzen wir Manuskripte der Tora, die aus der Zeit vor, während und nach dieser Zeit stammen, Moderne Übersetzungen der Tora, aus denen wir lesen werden, sind aus den besten und frühesten Manuskripten übersetzt – einschließlich solcher, die vor Mohammed datiert sind. Daher sollte die Geschichte von Ibrahim und Isma’il aus dem Hadith mit der Geschichte in unserer heutigen Übersetzung der Tora übereinstimmen. Schauen wir nach.

Wir beginnen mit 1. Mose 17:23-25:

[23] Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle in seinem Haus geborenen [Knechte], und alle, die um sein Geld erkauft waren, alles, was männlich war unter seinen Hausgenossen, und er beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut am selben Tag, wie Gott es ihm gesagt hatte.

[24] Und Abraham war 99 Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde.

[25] Ismael aber, sein Sohn, war 13 Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde.

– 1. Mose 17:23-25 –

Auf Gottes Befehl hin, beschnitt Ibrahim alle männlichen Mitglieder seines Hauses. Als er das tat, war er 99 Jahre alt, während Isma’il 13 Jahre alt war. Ibrahim lebte in Mamre2, was in Palästina lag. Dann zog er nach Gerar, das nahe dem heutigen Gaza liegt:

Ibraham aber zog von dort in den Negev und wohnte zwischen Kadesch und Schur, und er hielt sich als Fremdling in Gerar auf.

– 1. Mose 20:1 –

Dort, nahe Gaza, feierten Ibrahim und seine Frau Sarah die Geburt ihres ersten gemeinsamen Sohnes: Ishaq. Dies war genau ein Jahr nach der Beschneidung. Daher sagt die Tora:

Und Ibrahim war 100 Jahre alt, als ihm sein Sohn Ishaq geboren wurde.

– 1. Mose 21:5 –

Wenn Ibrahim „hundert Jahre alt“ war, musste Isma’il vierzehn Jahre alt gewesen sein. Weiter heißt es in der Tora:

Und das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. […].

– 1. Mose 21:8 –

Zur Zeit Ibrahims dauerte es etwa 2–3 Jahre, bis ein Kleinkind entwöhnt wurde. Als Ishaq entwöhnt war, musste sein Halbbruder Isma’il daher etwa 16–17 Jahre alt gewesen sein. Der Bericht geht weiter:

[8] […] Und Abraham machte ein großes Mahl an dem Tag, als Isaak entwöhnt wurde.

[9] Und Sarah sah, dass der Sohn der Hagar, der ägyptischen Magd, den sie dem Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb.

[10] Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak!

[11] Dieses Wort missfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.

[12] Aber Gott sprach zu Abraham: Es soll dir nicht leidtun wegen des Knaben und wegen deiner Magd! Höre in allem, was Sarah dir sagt, auf ihre Stimme! Denn in Isaak soll dir ein Same berufen werden.

[13] Doch ich will auch den Sohn der Magd zu einem Volk machen, weil er dein Same ist.

[14] Da stand Abraham am Morgen früh auf und nahm Brot und einen Schlauch voll Wasser, gab es Hagar und legte es auf ihre Schulter; er gab ihr auch den Knaben und schickte sie fort. Und sie ging und irrte umher in der Wüste von Beerscheba.

[15] Als nun das Wasser im Schlauch ausgegangen war, warf sie den Knaben unter einen Strauch,

[16] und sie ging hin und setzte sich gegenüber, einen Bogenschuss weit entfernt; denn sie sprach: Ich kann das Sterben des Knaben nicht mit ansehen! Und sie saß ihm gegenüber, erhob ihre Stimme und weinte.

[17] Da erhörte Gott die Stimme des Knaben, und der Engel Gottes rief der Hagar vom Himmel her zu und sprach zu ihr: Was ist mit dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Knaben erhört, da, wo er liegt.

[18] Steh auf, nimm den Knaben und halte ihn fest an deiner Hand, denn ich will ihn zu einem großen Volk machen!

[19] Und Gott öffnete ihr die Augen, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken.

[20] Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs heran und wohnte in der Wüste und wurde ein Bogenschütze.

[21] Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Land Ägypten.

– 1. Mose 21:8-21 –


Lieber Leserin, lieber Leser, hast du die Unterschiede zwischen dem Hadith und der Tora bemerkt? Wenn wir beide Berichte vergleichen, stellen wir fest, dass wir zwei völlig unterschiedliche Geschichten haben:

  1. Im Hadith reiste Ibrahim zusammen mit Hajar und Isma’il. In der Tora ging Ibrahim nicht weiter als bis zu seiner Küche, um Brot zu holen und es Hajar zu geben. Er ging nicht mit Hajar und Isma’il, sondern schickte sie weg!

  2. Während die islamische Geschichte Isma’il als Kleinkind identifiziert, als seine Eltern ihn nach Mekka brachten, sagt die Tora, dass er bereits 16–17 Jahre alt war, als Ibrahim ihn und seine Mutter Hajar wegschickte.

  3. Gemäß islamischen Quellen und dem Hadith3 reisten Ibrahim, Hajar und Isma’il von Palästina nach Mekka eine Entfernung von ca. 1.350 km. Dies entspricht etwa einer 40-tägigen Kamelreise. In der Tora reisten Hajar und Isma’il nur in die Wüste von Beerscheba, etwa 20–50 km von ihrem Zuhause entfernt. Basierend auf der Anzahl der im Hadith aufgezeichneten Reisen nach Mekka hätte Ibrahim eine kräftezehrende Hin- und Rückreise von 2.700 km (Dauer: 80 Tage) mindestens viermal auf sich nehmen müssen.

Außerdem stellt die Tora in den Versen 14–15 fest, dass Hajar ihren Wasserschlauch nach dem Verlassen des Hauses nie wieder auffüllte; das Wasser im Schlauch ging am Zielort zur Neige. Angesichts der Entfernung nach Mekka (eine 40-tägige Reise) und des täglichen Trinkwasserbedarfs eines Menschen (2 Liter pro Tag) hätte Hajar 80 Liter Wasser tragen müssen, um ohne Nachfüllen nach Mekka zu gelangen. Dies ist unmöglich, da eine Frau gewöhnlich nur bis zu 10 Liter Wasser tragen kann.

Die folgende Karte veranschaulicht diese Unterschiede:

Abbildung 1: Unterschiede in den Geschichten von Isma’il und Hajar laut dem Hadith und der Tora. Im Gegensatz zum Hadith berichtet die Tora: 1) Ibrahim reiste nicht mit, sondern blieb in Gerar; 2) Isma’il war kein Kleinkind, sondern 16–17 Jahre alt; 3) Hajar und Isma’il gingen nicht nach Mekka (1.350 km Entfernung), sondern in die Wüste von Beerscheba (20–50 km Entfernung).

Finden wir in der gesamten Tora irgendeinen Hinweis darauf, dass Ibrahim und Isma’il jemals nach Mekka gingen? Die folgende Karte zeigt, welche Reisen Ibrahim gemäß der Tora unternahm. Wie du sehen kannst, liebe Leserin, lieber Leser, ist Mekka nicht einmal auf der Karte!

Abbildung 2: Ibrahims Reisen gemäß der Tora (schwarze Linie). Während Ibrahim weit aus dem Osten (Ur, im heutigen Irak) bis in den fernen Westen (Ägypten) reiste, kam er nie nach Mekka. Mekka liegt so weit außerhalb von Ibrahims Reiserouten, dass es sich weit außerhalb des unteren Kartenrandes befindet.

Wie steht es mit Isma’il? Ist er gemäß der Tora jemals nach Mekka gegangen? Wie wir in 1. Mose 21:21 gelesen haben (siehe oben), ließ sich Isma’il in der Wüste Paran nieder, nachdem er und seine Mutter in der Wüste von Beerscheba umhergeirrt waren (Abbildung 3, A). Diese Wüste Paran lag auf der Sinai-Halbinsel im heutigen Ägypten – nirgendwo in der Nähe von Mekka, das etwa 1.000 km weiter südlich liegt (Abbildung 3, B).4

Abbildung 3: Lage der Wüste Paran. A) Isma’il reiste mit seiner Mutter von Ibrahims Zuhause in Gerar in die Wüste von Beerscheba und verbrachte die nächsten Jahre seines Lebens in der Wüste Paran (Sinai-Halbinsel, heutiges Ägypten). B) Die Wüste Paran ist etwa 1.000 km von Mekka entfernt, wo Isma’il laut Hadith aufgewachsen sein soll.

Zusammenfassend finden wir erhebliche Widersprüche zwischen dem islamischen Bericht und der Tora. Ähnlich wie bei der Geschichte von Yusuf handelt es sich hierbei nicht nur um Abweichungen im Gesamtablauf der Ereignisse und den Orten, an denen sie geschehen, sondern auch in nebensächlichen Details.

Es ist verlockend zu sagen, der Grund für die Unterschiede liege darin, dass die Tora verfälscht wurde. Diese Behauptung würde jedoch nicht nur dem Quran selbst widersprechen, sondern auch kein vernünftiges Argument dafür zulassen, warum die Juden ihr eigenes heiliges Buch verfälschten.

Lägen die Unterschiede in Punkten, die den Juden irgendwelche politischen oder theologischen Vorteile verschafft hätten, könnte man vielleicht argumentieren, warum sie ihr Buch verfälschten. Welchen Vorteil hätte es ihnen jedoch gebracht, unbedeutende Details in der Geschichte zu ändern – wie etwa, dass Isma’il ein junger Mann statt eines Kleinkindes war?

Die Idee, dass sie Dinge aus Feindschaft gegen Mohammed geändert haben, hält nicht stand, da die Details, die dem Hadith widersprechen, in Abschriften der Tora zu finden sind, die Hunderte von Jahren vor Mohammeds Geburt datiert sind. Es gab für die Juden keinen Grund, irgendetwas in Bezug auf Mohammed zu verfälschen, bevor sie ihn überhaupt trafen und herausfanden, wer er war. In der Tat sagt der Quran, dass die Juden vor seiner Ankunft dafür beteten, dass er über die Ungläubigen siegen wird (Sure al-Baqarah 2:89). Dies zeigt, dass sie eifrig auf seine Ankunft warteten und keine Stellen bezüglich seiner Person geändert hätten.

Unbeabsichtigte Fehler beim Kopieren erklären die Unterschiede ebenfalls nicht. Erstens sind die Manuskripte der Tora, die wir besitzen, extrem ähnlich, was die Genauigkeit der Textüberlieferung zeigt; zweitens liegen die Unterschiede nicht nur in kleinen Details, sondern betreffen das gesamte Rückgrat der Geschichte. Es ist unmöglich, dass solche Unterschiede durch unbeabsichtigte Fehler entstanden.

Daher müssen wir schlussfolgern, dass der Bericht der heutigen Tora Gottes ursprüngliche Offenbarung ist. Gleichzeitig widerspricht dieser Bericht jedoch nicht nur allgemeinen Geschichten der Propheten (wie der Geschichte von Yusuf), sondern der vielleicht grundlegendsten Geschichte des Islam: dass Ibrahim und Isma’il nach Mekka reisten, um die Kaaba zu bauen.

Wir können uns daher fragen: Wenn Ibrahim und Isma’il die Kaaba tatsächlich nicht gebaut haben, wer hat sie dann gebaut? Die islamischen Quellen sagen, dass die Heiden zur Zeit Mohammeds die Kaaba nutzten, um nicht weniger als 360 Götzen darin anzubeten. Wer hat die Kaaba also höchstwahrscheinlich gebaut?

Im nächsten Artikel werden wir eine weitere wichtige Behauptung des Islam auf den Grund gehen, die mit dem Hadith über den Bau der Kaaba durch Ibrahim und Isma’il in Mekka verknüpft ist: Mohammeds Abstammung von Ibrahim. Bitte lies weiter.

Footnotes

  1. Siehe Sahih Al Bukhari 3364 ↩

  2. Siehe Genesis 13:18; 18:1 ↩

  3. Siehe zum Beispiel, 1) https://firdousbooks.ca/revelation-the-story-of-muhammad-peace-be-upon-him/; 2) https://www.amazon.ca/Atlas-Prophets-Biography-Shawqi-Khalil/dp/9960897710; 3) https://habibislamicbookstore.com/products/atlas-makkah-al-mukarramah-the-holy-places ↩

  4. „Paran“ ist nicht mit dem „Berg Faran“ zu verwechseln, einer Bergkette, die Mekka umgibt. Die Tora sagt uns, warum. Nachdem Musa (Mose) und das Volk Israel Fir’awn (Pharao) Ägypten verlassen hatten, waren sie auf dem Weg in das verheißene Land (das Land Kanaan). Als sie die Grenzen dieses Landes erreicht hatten, sandten sie Männer aus, um das Land auszukundschaften. In 4. Mose 13:25-26 heißt es: „Und sie kehrten zurück vom Auskundschaften des Landes nach vierzig Tagen. Und sie gingen hin und kamen zu Musa und Harun und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel in die Wüste Paran, nach Kadesch.“ Beachte, dass die Kundschafter nur vierzig Tage brauchten, um von Paran in das verheißene Land zu gehen, es auszukundschaften und wieder zurückzukehren! Wenn Paran in Mekka gewesen wäre, hätten sie allein 40 Tage gebraucht, um von dort in das verheißene Land zu reisen! Insgesamt hätten sie 80 Reisetage gebraucht (hin und zurück), zuzüglich der Zeit, die sie benötigt hätten, um das Land auszukundschaften. Darüber hinaus identifiziert die Stelle den Ort Paran mit „Kadesch“, das sich auf der Sinai-Halbinsel befindet, direkt am Rande des verheißenen Landes. Dies zeigt, dass Paran, wo Isma’il einen Teil seines Lebens verbrachte, nicht in Mekka gelegen haben kann. ↩